Archiv für den Monat: Oktober 2017

Koken als Foto-CMS

Ich habe vor ein paar Tagen meinen Flickr-Account endgültig geschlossen. Ein nicht unbedeutender Schritt, hatte ich ihn doch seit etwa 2005. So genau weiß ich es gar nicht. aber auf jeden Fall schon bevor Twitter und Facebook irgendwie relevant waren. In den letzten Jahren habe ich dort aber immer seltener etwas hochgeladen, vor allem weil es meistens unerträglich langsam und schwerfällig zu bedienen war (hallo Yahoo!?!)

Ein kurzer Blick auf alternative Dienste brachte mich auch nicht weiter. 500px zeigt Besuchern Werbung an, selbst bei kostenpflichtigen Accounts und noch mehr von Google abhängig machen wollte ich mich auch nicht. Da bleibt nur noch eines, selber hosten.

Nachdem ich schnell sah, dass Gallery und Coppermine, die von Stratos App Wizard angeboten wurden, nach angestaubtem Nullerjahre-PHP-Gebastel aussehen und teilweise auch noch Flash(!) für den Upload(!!) voraussetzen, wurde ich durch einen älteren c’t-Artikel auf Koken aufmerksam.

Koken ist ein Content Management System, dem man auf dem ersten Blick ansieht, dass es für Menschen gemacht wird, die viele Fotos hochladen, organisieren und hübsch präsentieren möchten. Die Oberfläche orientiert sich stark an Lightroom, die Bildersammlung lässt sich sogar direkt daraus hochladen, wobei einige Metadaten übernommen werden.

Das Standard-Theme sieht sehr sauber und aufgeräumt aus, und ließ sich an genau den Stellen, an denen ich mir es wünschte, anpassen, ohne den Code anfassen zu müssen. Es ist natürlich auch responsiv. Dabei können Thumbnails in bis zu 28 verschiedenen Größen vorgeneriert  werden, damit jedes Gerät blitzschnell mit einem Bild in der passenden Auflösung versorgt wird.

Ein paar Nachteile sollen nicht unerwähnt bleiben:

  • Keine schöne Upload-Möglichkeit von Mobilgeräten (das Backend ist nicht responsiv und eine App für iOS oder Android gibt es auch nicht)
  • Plugins und Themes kosten meistens nicht wenig (> 30 Dollar). Wenn die verfügbaren Plugins und Themes so qualitativ hochwertig sind wie das Hauptprodukt, bin ich aber gerne bereit, das auszugeben.
  • Nicht multi-user-fähig.
  • Der Texteditor ist nicht so komfortabel wie der von WordPress und hat auch ein paar Bugs. Das ist aber okay, weil längere Texte nicht Hauptanwendungszweck dieses CMS sind.
  • Nicht Open Source

Bleibt noch zu sagen: Das Ergebnis könnt ihr auch hier anschauen. Da kommt noch viel dazu…