Das war der Frankfurt-Marathon 2016

Ähnlich wie vor Hamburg gab es zwei Läufe über 30 km im Training, einen HM-Wettkampf vier Wochen vor dem Marathon (diesmal aber voll gelaufen mit Bestzeit!) und außerdem noch einen 22 km-Trail mit 1000 Höhenmetern in der Fränkischen Schweiz. Nach dem letzten, nicht mehr ganz so langen Lauf (eine Woche davor) hatte ich noch einen kurzen, aber heftigen fiebrigen Infekt, so dass ich am Montag schon ans Absagen dachte, das Ganze war aber genauso schnell wieder vorbei, wie es kam.

Insgesamt ließ sich die Veranstaltung dann in 6 Abschnitte einteilen:

Kilometer 1-7: Wie immer ganz bedächtig anlaufen, warm werden, oft das Tempo kontrollieren. Die Temperaturen waren ähnlich wie im Hamburg, aber der Wind wesentlich schwächer, in kurzer Hose zu laufen, war von Anfang an überhaupt kein Problem. Für 3:45h musste ich 5:20 min/km laufen.

Kilometer 7-14: Nach ein paar Kilometern bemerkte ich, dass die auf der Uhr angezeigten Kilometer den tatsächlich ausgeschilderten immer mehr vorauseilten (die Uhr maß also zu kurze Kilometer, am Ende waren es 43,0!). Das heißt, ich musste ein klein wenig zulegen, um wirklich im Fahrplan zu sein. Kilometer 12 war sogar der schnellste überhaupt in 4:43 min. Ich drückte jetzt lieber an den tatsächlich ausgeschilderten Kilometern (alle 5 km) die „LAP“-Taste auf der Uhr, um die korrekten Zwischenzeiten zu sehen. Die kleine Tempoverschärfung war dann in Sachsenhausen beendet, als ich die 3:44h-Tempomacher einholte.

Kilometer 14-21: Locker mitschwimmen mit der Gruppe um die 3:44h-Tempomacher. Es gab zwei solcher Gruppen (zwei der 3:44h-Tempomacher starteten mit der ersten Welle, zwei mit der zweiten). Ich war hinter der hinteren.

Kilometer 21-28: Nach der Halbmarathonmarke traf ich die bewusste Entscheidung, einen „Ausreißversuch“ zu wagen, ich spekulierte auf eine Zeit unter 3:40h und nahm mir vor,  Kilometer in unter 5 Minuten aneinanderzureihen, so lange es geht. Also vorbei an den hinteren 3:45h-Tempomachern und kurze Zeit später auch an den vorderen (Kilometer 23-28: 4:55, 4:55, 5:01 (Mainbrücke!), 4:53, 4:58, 4:59). Allerdings fühlte sich, als es von Höchst wieder in Richtung Innenstadt ging, das linke Bein nicht gut an und es wurde immer schwieriger, das hohe Tempo zu halten.

Kilometer 28-35: Auf der Mainzer Landstraße, einem schnurgeraden Abschnitt durch eine teilweise öde Gegend mit wenig Zuschauern, wurde ich immer langsamer (Kilometer 28-36: 4:59, 5:05, 5:09, 5:14, 5:20, 5:15, 5:27, 5:34, 5:35), und hinter dem „Skyline Plaza“-Einkaufszentrum spürte ich auf einmal einen Luftballon am Kopf – die vorderen 3:44h-Tempomacher hatten mich wieder eingeholt.

Kilometer 35-42: Jetzt galt es, zu beißen und auf jeden Fall an diesen dranzubleiben. 6 km vor der Ziel an der Festhalle vorbeizulaufen und dann noch mal auf die Schleife durch die Innenstadt zu müssen, war psychologisch nicht einfach. Es waren auch einige Abschnitte auf Kopfsteinpflaster dabei, was nach 40 km ziemlich unangenehm war. Erst als wir am Opernplatz wieder auf die Taunusanlage bzw. Mainzer Landstraße einbogen, hatte ich den Rest der Strecke im Kopf, konnte mich dann auch ein wenig mit den 3:44h-Tempomachern unterhalten und den Kilometer 43 (auf der Uhr) noch mal in unter 5 Minuten zurücklegen. Über den Zieleinlauf in der Festhalle muss ich wohl nicht viele Worte verlieren – genial!

Fazit: Ich war schon etwas mehr gefordert als in Hamburg, auch wenn es zu keiner Zeit einen echten Einbruch gab. Für eine 3:30h in Roth (evtl. Hitze!) ist aber eine solidere Grundlage nötig (mehr Läufe über 30 km und marathonspezifische Tempoeinheiten).