Archiv für den Monat: März 2016

Taschengeld-Kürzung wegen WLAN bei Flüchtlingen

Warum es nicht angemessen ist, Flüchtlingen 36 Euro vom Taschengeld abzuziehen, bloß weil es in ihrer Unterkunft ein ehrenamtlich bereitgestelltes WLAN gibt:

  1. Ein Großteil der Infrastruktur wurde gar nicht von der öffentlichen Hand finanziert, sondern von Freifunk ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. ALG-II-Empfänger bekommen ja auch nicht Leistungen gekürzt, wenn sie in ihrem Wohnort durch ähnliche Initiativen irgendetwas günstig oder kostenlos bekommen.
  2. Es gibt auch Flüchtlinge, die gar kein Smartphone haben und die Leistung nicht nutzen können, aber dennoch 36 Euro vom Taschengeld abgezogen bekommen.
  3. Ein WLAN deckt ja nicht alle Kommunikationsbedürfnisse ab. Man braucht z.B. eine SIM-Karte, um überhaupt außerhalb der Unterkunft telefonieren und Daten übertragen zu können.
  4. 36 Euro sind mehr, als ich für meinen DSL-Anschluss inklusive Festnetz-Flatrate zahle. Die 16 MBit meines DSL-Anschlusses kann ich ganz alleine nutzen, während die Bandbreite des WLANs in der Unterkunft zwischen vielen geteilt wird.