Archiv für den Monat: Oktober 2014

Trainingsplan fertig

Hier könnt ihr mal reinschauen.

Bis Mitte Januar läuft das Training ähnlich, wie ich immer für die Halbmarathons trainiert habe: 3 Mal pro Woche 30 Minuten und ein langer Lauf, der alle 2 Wochen um 10 Minuten länger wird. Ziel ist es auf jeden Fall, mindestens 4 Läufe mit 30 Kilometern oder mehr im Training gelaufen zu sein.

Ab Mitte Januar erhöhe ich den Gesamtumfang noch etwas und baue ein paar schnellere Trainingseinheiten ein. Natürlich ist dieser Trainingsplan der Idealfall – wenn ich einmal krank  oder das Wetter am Wochenende sehr ungünstig sein sollte, verschiebt sich alles um eine Woche und die Einheiten am Ende fallen heraus.

Was ich Ende Februar/Anfang März als Rennen laufe, ist auch noch nicht ganz sicher. Es lockt natürlich eine Reise zum Halbmarathon in Antalya, es würde aber auch einen 20km-Lauf in Bremen geben oder mehrere 10km-Läufe in Baden-Württemberg.

 

Das A-Wort

…begegnet einem in Krakau immer wieder, einfach weil es ein Ort in der Nähe ist, und irgendwann benutzt man es dann mit einem leichten Stocken beim Sprechen, ungefähr so, wie wenn man sagt „Ich fliege am 11. September“ oder „Ich habe in Hiroshima ganz vorzüglich gegessen“. Bei Twitter habe ich mich mit Andeutungen begnügt:

Tweets mit Andeutungen zum Besuch von Auschwitz

Ich hatte auf meiner zehntägigen Polen-Rundreise ursprünglich nicht vor, mir Auschwitz anzutun, mein Gedanke vorher war schlicht „es gibt doch ohnehin schon so viele schlechte Nachrichten gerade auf der Welt, da muss ich das nicht auch noch sehen“. Selbstverständlich hatte ich vorher auch schon KZ-Gedenkstätten besucht, mit der Schule Natzweiler-Struthof und vor ein paar Jahren Buchenwald. Aber als ich dann in Krakau war, wollte ich es dann doch gesehen haben und schloss mich einer geführten Tour an.

In Auschwitz wird jeder zum Relativierer, und sei es nur im Kopf. Im Sinne von „In Relation zu anderen Dingen setzen“. Man sucht nach vergleichbaren Erlebnissen. Vor diesem Tor mit dem Gleis hindurch zu stehen, war für mich zuerst ein bißchen so, wie in Hiroshima vor dem Gebäude mit der weggesprengten Kuppel zu zu stehen (ich war 2010 dort), man hat beides ja schon unzählige Male auf Fotos und in Geschichtsbüchern gesehen. Man redet sich also ein, man würde es ja schon kennen.

Aber nichts bereitet einen auf den Raum vor, in dem zwei Tonnen menschliches Haar hinter Glas ausgestellt sind, das man den Häftlingen vor ihrer Ermordung abnahm, um es weiterzuverarbeiten. Nichts ist unerträglicher an diesem Ort, als das es sehr detailliert um das „Wie“ geht und nicht um das „Warum“. Es wird einem an diesem(!) Ort nicht besonders klar, dass dieses Verbrechen aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus geschah, auch weil er heute weit außerhalb von Deutschland liegt. Da ist sogar das Dokuzentrum in Nürnberg besser geeignet. Ein Ort in der polnischen Ebene, an dem eine besonders grausame Alien-Rasse gelandet ist – das ist das Narrativ, mit dem man versucht, sich im Kopf das Ungeheuerliche klein zu reden.

Ich habe mich noch nicht einmal getraut, den andern Tourteilnehmern im Kleinbus zu erzählen, dass ich Deutscher bin, weil ich dachte, dass selbst das an diesem Ort schon „triggern“ könnte. Überhaupt haben wir eigentlich die ganze Zeit geschwiegen, sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt.

Direkt danach hatte ich auch das Gefühl, dass das jetzt alles verändern würde, was ich über Nazis, die Antifa, Antisemitismus, Israel, den Zweiten Weltkrieg und vieles weitere denken würde. Es ist jetzt aber nach einer Woche rückblickend gesehen doch nicht ganz so. Und das ist auch wieder beruhigend, denn anderfalls hieße das ja, das die Schule und viele weitere Institutionen irgendwie in ihrem Bildungsauftrag versagt hätten.

Erster Marathon

Nachdem ich heute beim Nürnberger Stadtlauf neue persönliche Bestzeit im Halbmarathon gelaufen bin (1:39:32), habe ich jetzt Nägel mit Köpfen gemacht – man sieht sich am 29.3.2015 in Freiburg!

Screenshot der Anmeldung zum Freiburg-Marathin 2015